Thermografie

Mit Hilfe der Bauthermografie lassen sich wärmetechnische Unregelmäßigkeiten an Objekten lokalisieren und optisch darstellen. Dies können z. B. Wärmebrücken, Undichtigkeiten an z.B. Tür- oder Fensterrahmen und bereits eingedrungene Feuchtigkeit sein, um nur einige zu nennen. Letztere führt zu einer Herabsetzung des Wärmedurchgangskoeffizienten im Bereich der durchfeuchteten Dämmung, d. h. der Wärmeverlust des Gebäudes über die Außenwand (oder ein anderes Aussenbauteil) nimmt zu.

Anwendungsgebiete sind neben der Bestandsaufnahme zur Schwachstellenuntersuchung von älteren Gebäuden auch

  • Ausführungskontrolle bei Neubauten
  • Ausführungskontrolle bei sanierten Objekten (am besten durch einen Vorher- Nachher- Vergleich)
  • Thermografie als Hilfsmittel einer gesamtheitlichen Energieberatung des Gebäudes (hierdurch wird gewährleistet, dass Sanierungsmaßnahmen sich nicht zu Fehlinvestitionen entwickeln)
  • Bauschadensuntersuchungen
  • Ortung von Heizungs- und Versorgungsleitungen in der Haustechnik
  • Ortung von Rohrbrüchen und Leckagen
  • Ortung von Leckagen an Flachdächern

Weitere Anwendungsgebiete sind in der Elektronik, der Industrie und der Medizin zu finden.

Wir sind nach DIN EN 473 für Infrarot-Thermografie Stufe I zertifiziert.

Thermografieaufnahmen können durch das BafA gefördert werden

Schwachstellenanalyse

Zur Schwachstellenanalyse werden Außen- und Innenthermografien des Gebäudes durchgeführt. Außenthermografien werden zur ersten orientierenden Schwachstellenuntersuchung herangezogen.

Außenthermografien sind nur bei einer entsprechenden Temperaturdifferenz zwischen Innenluft und Außenluft durchzuführen. Um möglichst gute Aufnahmen zu erhalten, sollte der Temperaturunterschied möglichst mehr als 10 K (Kelvin) betragen. Außenaufnahmen sollten möglichst bei Temperaturen unter +5°C durchgeführt werden.

Die thermografische Messung stellt immer eine Momentaufnahme dar. Die vorgenannte Temperaturdifferenz sollte aus diesem Grund schon vor der Messung vorhanden sein und möglichst gleichbleibend über einen Zeitraum von etwa 12 h andauern. Bei zu großen Schwankungen können weniger aussagefähige Thermogramme die Folge sein.

Des Weiteren dürfen Außenthermografieaufnahmen nicht bei direkter Sonneneinstrahlung durchgeführt werden und die Gebäudeteile dürfen in einem ausreichend großen Zeitraum vor der Messung nicht mit direkter Sonneneinstrahlung beansprucht worden sein.

Aus den oben genannten Randbedingungen ergibt sich die praktische Notwendigkeit Außenaufnahmen in den Wintermonaten (Ausnahme Fachwerkhäuser) und in den späten Abendstunden oder den frühen Morgenstunden durchzuführen (bei ständig bedecktem Himmel sind auch Messungen nach Sonnenaufgang möglich). Letztere sind vorzuziehen, da hier längere Auskühlzeiten und meistens niedrigere Temperaturen vorliegen.

Weitere Randbedingungen wie Windgeschwindigkeit und Befeuchtung der Gebäudehülle können das Messergebnis weiter beeinflussen. Bei Regen, Schnee und starkem Wind wird jedoch keine Außenmessung durchgeführt.

Vorbereitung durch den Gebäudeinhaber:

Das Gebäude ist 12 bis 24 h vor der Thermografieaufnahme ausreichend zu beheizen. Es wird eine Raumtemperatur von mindestens 22°C empfohlen. Die Temperatur im Gebäude soll möglichst gleichmäßig sein, was z. B. durch geöffnete Innentüren erzielt werden kann. (Für eine Innenthermografie, sind ggf. Möbel und andere Einrichtungsgegenstände von dem Wänden abzurücken). Fenster und Außentüren zu schließen und auch schon 2 – 3 Stunden vor der Messung geschlossen zu halten.

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Leckageortung

Für die Ortung von Leckagen lässt sich die hohe Wärmespeicherkpazität von Wasser ausnutzen, d.h. Wasserdepots kühlen später aus, bzw. wärmen sich später auf als ungestörte Bereiche und erscheinen so deutlich im Thermogramm. Durch die entstehende Verdunstungskälte an der Oberfläche lassen sich auch Leckagen an Kaltwasserleitungen aufspüren ohne dass diese mit warmem Wasser gefüllt werden müssen.

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Ausführungskontrolle

Durch Thermografieaufnahmen können Ausführungsmängel schon während der Bauphase erkannt werden und noch rechtzeitig behoben werden. Beispiele für Ausführungskontrollen sind:

  • Überprüfung des dichten Anschlusses von Dampfsperren (z. T. in Kombination mit einer Blower-Door-Prüfung
  • Überprüfung von Fensteranschlüssen

um nur einige zu nennen

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Bauschadensgutachten
-Feuchteschäden mit Schimmelbildung

Mängel die zu Feuchteschäden führen, z. B. unzureichende Dämmung, oder mangelhafte Bauteilanschlüsse mit hohen Wärmebrückenverlusten, lassen sich mit Hilfe thermografischer Untersuchungen feststellen und dokumentieren.

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Elektronik

Auch in der Elektronik wird die Thermografie genutzt um Defekte in Schaltschränken zu finden oder Wartungsarbeiten durchzuführen.

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Medizin und Tiermedizin

Neben den zuvor genannten Einsatzgebieten bietet die Thermografie auch vielfältige Lösungen in der Human- und Veterinärmedizin.

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